Sind wir noch die gleichen?

Zugegeben, wir mögen alle nichts mehr von #Corona oder #COVID hören. Das Thema ist mittlerweile genauso in aller Munde wie früher sonst nur das Wetter. Fakt ist aber: Unser aller Leben hat sich innerhalb der letzten 15 Monate sehr verändert. Daher stellt sich mir nun die Frage: Sind wir noch die gleichen wie zuvor? Ich glaube nicht!

Die Auswirkungen auf der beruflichen Ebene haben wir in unseren vorherigen Beiträgen bereits ausgiebig betrachtet, sei es die Umstellung auf #Homeoffice und #Homeschooling, #Kurzarbeit und #Existenzängste, #Lockdown inklusive #Hausarrest oder auch technische Veränderungen.

Aber wie wirken sich diese Veränderungen auf unseren persönlichen Alltag aus? Noch bevor ich aus dem Haus gehe (wenn ich denn muss), prüfe ich, ob ich eine #FFP2-Maske oder zumindest einen medizinischen #Mundschutz dabei habe, denn ohne kommt man ja in keinen Laden mehr hinein, ohne skeptische Blicke zu ernten – wenn sie einen so überhaupt rein lassen.

Während dem Einkauf werden die KundInnen mittels Lautsprecherdurchsagen dazu angehalten, stets ausreichenden #Abstand zueinander zu bewahren, was jedoch an manchen Hotspots nur bedingt Wirkung zeigt. An der Kasse habe ich aber festgestellt, dass man mir dank der Markierungen auf dem Boden nicht mehr so oft mit dem Wagen in die Hacken fährt wie früher.

Der gelegentliche Abstecher in ein Bekleidungsgeschäft fällt mittlerweile ganz weg, da ich ja vorher erst einen Termin zum Shoppen ausmachen müsste, was mir aber immer erst vor der Tür des jeweiligen Geschäfts wieder ein- oder vielmehr auffällt. Also drehe ich ab und schaue dann doch online, falls nötig, auch wenn ich eigentlich lieber einen #lokalenHändler unterstützen würde.

Wenn ich den Einkauf also dann hinter mir und alles nach Hause transportiert habe, wasche ich mir nicht nur die Hände, sondern desinfiziere auch die Oberflächen sämtlicher Artikel – einschließlich der Einkaufstaschen und meines Mobiltelefons, das mir auch als Einkaufszettel dient. Selbes gilt auch für angelieferte Pakete und Getränkekisten. Das war anfangs lästig, gehört mittlerweile aber einfach dazu.

Immerhin ist Einkaufen erlaubt, denn ansonsten ist das gesellschaftliche Leben weiterhin sehr eingeschränkt: Freizeitparks, Schwimmbäder, Konzerthallen, Restaurants oder Bars sind wie leer gefegt. Online-Wohnzimmerkonzerte und Essen auf Rädern sind nur ein dürftiger Ersatz. Es fällt sofort auf, wenn sich irgendwo mehr als drei Menschen auf einem Fleck tummeln, erst recht, wenn die Gesichter “nackig” sind. Mir fehlen vor allem die Restaurant- und Konzertbesuche, auch wenn ich sonst ganz froh darüber bin, überall mehr Platz zu haben (Sie wissen ja: Abstand!).
Werden Sie beim Fernsehen eigentlich auch etwas nervös, wenn in einem (älteren) Film zu viele Menschen auf einem Haufen gezeigt werden?

Was ich sehr vermisse sind die persönlichen Kontakte, da ich die Menschen, die mir nahe sind, gern umarme. Was ich weniger vermisse sind die Begrüßungen mit Küsschen links und Küsschen rechts, günstigstenfalls am Ohr vorbei gehaucht, aber mit viel Pech bekommt man die tatsächlich auf beide Wangen gedrückt. Zum Glück gibt es Alternativen, wie zum Beispiel mit den Ellenbogen oder Füßen zusammenzustoßen. Im privaten Bereich durchaus praktikabel. In die Runde winken geht aber auch.

Im Geschäftsleben finde ich diese Begrüßungsformen eher nicht brauchbar, da nicht sehr elegant. Den Drang zum Händeschütteln habe ich mir zwar inzwischen erfolgreich abgewöhnt, aber mein Gegenüber stattdessen nett anzugrinsen ist aufgrund des fast allgegenwärtigen Mundschutzes nicht die beste Alternative. Daher habe ich mich etwas umgeschaut und bin auf das im arabischen Raum längst gängige #Begrüßungsritual #HandaufsHerz gestoßen: Dabei legt man die rechte Hand auf die linke Seite des (eigenen) Brustkorbs und nickt seinem Gegenüber freundlich zu, wenn es der Situation angemessen ist.

Doch wie kriegt man die Gesellschaft dazu, sich entsprechend umzustellen? Einfach mit gutem Beispiel vorangehen!

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