Gründonnerstag – oder auch das letzte Abendmahl

Eben waren da doch noch Weihnachten und Fasnet – und schon steht das Osterfest vor der Tür!

Worum es beim Karfreitag geht, ist den meisten wohl klar, Ostersonntag sowieso, obwohl viele wohl eher die Eiersuche oder auch nur das Ausschlafen damit verbinden. Warum der Gründonnerstag aber so heißt, wie er heißt, wissen vielleicht weniger Leute. Darum widmen wir uns heute aus gegebenem Anlass diesem Thema:

Beinahe wäre der Gründonnerstag in diesem Jahr zum Zwangsruhetag geworden – so manch eine*r hätte das mit Sicherheit begrüßt, aber man kann ja nicht alles haben. Anlass zum Feiern gibt es dennoch, wenn auch nicht von der fröhlichen Sorte, denn neben weiteren Bundesländern gilt auch in Baden-Württemberg am heutigen Tag ein Tanzverbot! Was mich wiederum an den Film "Footloose" aus den 1980ern erinnert, aber ich schweife ab.

Am Gründonnerstag wird stets dem letzten Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern gedacht. Dabei brach er das Brot, verteilte den Wein und bat sie, dies in Zukunft zu seinem Gedenken zu tun. Jesus wusste da bereits, dass er von Judas verraten wurde und sterben würde. Am darauffolgenden Tag – dem Karfreitag – wurde Jesus der Überlieferung nach verhaftet und gekreuzigt. 

Als Teil der "heiligen Woche" oder "Karwoche" (abgeleitet vom althochdeutschen Wort “Kara” für Kummer, Trauer oder Klage) beginnen am Abend des Gründonnerstags die heiligen drei Tage ("Triduum Sacrum") von Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn, die bis zum Ostersonntag andauern. Nach der Messe am Gründonnerstag werden oft Blumen, Schmuck und Kerzen aus Kirchen entfernt. Die Kirchenglocken bleiben bis in die Osternacht auf Ostersonntag still.

Der Ursprung des Wortes Gründonnerstag ist nicht genau geklärt. Eine Sicht besagt, dass Menschen, die, bevor sie Buße taten (lat. Virides = die Grünen) als “dürres Holz” bezeichnet wurden. Durch das Zusprechen der Vergebung wurden sie zu lebendigem “grünem Holz” der Kirche. Grün wurde hier als Farbe der Erneuerung verstanden.

Andere vermuten, dass die Worte "Greinen“ oder „Grienen“ dahinter stecken. Das ist Mittelhochdeutsch und heißt „wimmern“ oder „weinen“ als Ausdruck der Gefühle derjenigen beim Gedenken an den Tod von Jesus.

In vielen Gegenden ist es  übrigens Brauch, am Gründonnerstag etwas Grünes zu essen. In Österreich isst man vor allem Spinat mit Spiegelei. Andernorts werden auch Grünkohl, Brunnenkresse, Salat oder Kräutersuppe serviert.

Ein weiterer Brauchtum sind Fußwaschungen bei Gläubigen, als Symbol für die biblisch überlieferte Demutsgeste Jesu Christi an seine zwölf Apostel. Übrigens: Kein geringerer als Papst Franziskus brach den langjährigen Brauch des Vatikans, nur den Priestern die Füße zu waschen. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2013 kamen so auch Kranke, Behinderte und sogar Häftlinge in den Genuss dieser symbolischen Handlung – und seit 2016 gehören endlich auch Frauen und Mädchen dazu.

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