Homeoffice – was macht das mit uns? – Teil 2

Was macht das mit den Arbeitnehmer*innen mit Kindern? 

Auch für Arbeitnehmer*innen mit Kindern hat die Umstellung auf Homeoffice Vor- und Nachteile: Man kann morgens etwas länger schlafen, weil es für die Grundschüler*innen keine Präsenzzeit gibt, die größeren Schüler*innen keinen Schulweg haben und man selbst sich ebenfalls den Weg zur Arbeit spart. Außerdem kann man so mehr Zeit mit den Kindern verbringen und auch der Hund muss nicht allein bleiben. Da fallen, vom Zeitmanagement her gesehen, die Trotzanfälle der Kinder gar nicht mehr so sehr ins Gewicht, die können sie jetzt sogar noch länger ausleben, wenn sie wollten. Wer an Webmeetings teilnehmen muss, sorgt zudem für die Belustigung der Kolleg*innen, wenn die im Hintergrund die Kids brabbeln hören können. Mit Webcam ist das übrigens noch lustiger. Außer, ein Kind hat ausgerechnet dann einen Trotzanfall. Das fröhliche Geplapper der Kinder unserer Kollegin Frauke lässt uns beim wöchentlichen Webmeeting jedenfalls gelegentlich schmunzeln! 

In Zeiten des Lockdowns ist es für die Mamas und Papas allerdings alles andere als lustig. Konzentriertes Arbeiten ist fast nicht möglich, wenn die Kleinen ständig dazwischenfunken, sich neben dem Schreibtisch – oder dem zum Schreibtisch umfunktionierten Esstisch – lauthals streiten oder Hilfe bei den Schulaufgaben brauchen. #Homeoffice UND #Homeschooling mit Kindern unter 10 Jahren? Völlig unmöglich! Eine Notbetreuung gibt es nur für die Arbeitszeit, was für die Eltern bedeutet, dass sie keine Minute Pause haben.  

 Außerdem fühlt man sich immer am falschen Ort: Ist man bei der Arbeit, sitzen die Kinder sehr wahrscheinlich zu Hause vor dem Fernseher. Ist man zu Hause und macht Homeschooling, hat man das Gefühl, seinem Job nicht gerecht zu werden. 

 Vor einigen Tagen gab es zu diesem Thema einen Bericht im Radio, in dem es darum ging, wie eine betroffene Mutter ihre Kinder dazu kriegt, sie in Ruhe arbeiten zu lassen: Früher ging sie immer aus dem Haus, um zur Arbeit zu gehen. Das war das Signal für ihre Kinder, dass die Mama jetzt nicht mehr verfügbar ist. Jetzt arbeitet sie zwar im Homeoffice, behält das “Signal” aber bei – sie verabschiedet sich von den Kindern, geht zur Haustür raus, dreht eine kurze Runde, geht wieder rein und setzt sich an den Schreibtisch. Bei ihr hat dieser kleine Trick geholfen – probieren Sie es doch auch mal aus, falls nötig! 

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