Homeoffice – was macht das mit uns? – Teil 1

Was macht das mit Arbeitnehmer*innen ohne Kinder?

Was haben wir uns anfangs über die Umstellung auf das #Homeoffice gefreut: Endlich daheim bleiben, etwas länger schlafen, dafür die Zeit, Kosten und Nerven für die Fahrt zur Arbeit sparen – und trotzdem pünktlich ankommen. Schließlich ist der einzige Stau, den man im Homeoffice befürchten muss, der vor der Kaffeemaschine. Auch für das Styling braucht man nicht mehr so viel Zeit, denn der “Casual Friday” heißt jetzt “Casual Week”: Wer nicht gerade an Webmeetings mit Kamera teilnehmen muss, könnte sich auch einfach jeden Tag nur in der Jogginghose an den Schreibtisch setzen, wenn er oder sie wollte. Sieht ja keine*r. Ein weiterer Pluspunkt: Man muss sich nicht extra freinehmen, nur um eine*n Handwerker*in ins Haus zu lassen. Und die Paketzusteller*innen können auch nur noch selten behaupten, keine*r habe auf ihr Klingeln reagiert.

Die Kehrseite der Medaille? Nach Wochen der Isolation im heimischen Büro beginnt man doch so langsam, die Kolleg*innen zu vermissen. Teamwork auf Distanz macht auf Dauer ganz schön einsam, erst recht, wenn man keine Webcam haben sollte! Haben Sie sich heute auch schon mit Ihrer Zimmerpflanze unterhalten? Ja? Dann sind Sie damit vermutlich nicht allein!

Manch eine*r muss sich wiederum von den Kolleg*innen vor Ort in der Firma sagen lassen, die Leute im Homeoffice würden den ganzen Tag nur Däumchen drehen – oder noch schlimmer: Die Kolleg*innen tratschen hinter deren Rücken. Und dass, obwohl die zuhause sogar oft 200% geben! Kann man mal nicht schlafen, steht man halt auch teils schon um 5 Uhr morgens auf, setzt sich an den PC und bearbeitet die ersten Mails, bevor der eigentliche Arbeitstag um 8 Uhr anfängt. Und macht dann trotzdem zusätzlich 8 Stunden voll. Andere verzichten sogar noch auf ihre Pause oder haben ein schlechtes Gewissen, weil sie sich mal kurz einen Kaffee holen, zur Toilette oder mit dem Hund vor die Tür gehen, weil sie dann nicht erreichbar sind. Schließlich will man ja allen zeigen, dass man produktiv ist, um so den Kolleg*innen in der Firma keinen Anlass zur Beschwerde zu geben. 

Warum eigentlich? Sind die vielleicht neidisch? Oder wittern sie die Chance, anderen ihre Jobs streitig zu machen? Etwas mehr Vertrauen sollte man in seine Mitarbeiter*innen und/oder Angestellten schon haben! Schließlich sind wir alle nur Menschen, keine Maschinen. Mit einer solchen Einstellung macht man sich die besten Leute und Arbeitsverhältnisse kaputt – und davon hat letztendlich keiner was.

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